Vietnam – Traumhafte Halong-Bucht

Die Halong-Bucht (vietnamesisch: Ving Ha Long), im Norden Vietnams gelegen, gehört seit 1994 zum Weltkulturerbe und ist wohl eine der beeindruckendsten Landschaften unserer Erde. Der Name, der auf Deutsch „Bucht des untertauchenden Drachen“ bedeutet, bezeichnet ein etwa 1.500 Quadratkilometer großes Gebiet im Golf von Tonkin. Etwa 2.000 größtenteils unbewohnte Inseln und Felsen aus Kalk, die zum Teil mehrere hundert Meter hoch sind, erstrecken sich über die Bucht und bieten ein einmaliges Naturschauspiel, das Besucher Vietnams auf keinen Fall verpassen sollten.

Ha Long Bay,  Vietnam
Traumhafte Halong-Bucht
(fotolia.com)

Vietnams bekanntester Touristenmagnet

Die Bucht hat eine 120 Kilometer lange Küstenlinie und bietet unzählige touristische Sehenswürdigkeiten, die sich sowohl auf Tagestouren als auch während mehrtägiger Aufenthalte erkunden lassen. Eines der Highlights ist die Hang-Sung-Sot Tropfsteinhöhle: Nach einer atemberaubenden Fahrt durch die Lagune, müssen Besucher über enge und steile Steintreppen zum Eingang der Höhle hinaufsteigen und gelangen dann in einer der schönsten Tropfsteinhöhlen der Welt. Im effektvoll ausgeleuchteten Gewölbe können Sie sich einem Rundgang durch die Höhle anschließen, bei dem unter anderem beeindruckende Stalagmiten und Stalaktiten zu bewundern sind. Auch die Besichtigung der Insel Cát Bà und deren Fischerdörfer lohnt sich: Auf der Insel leben in naturbelassener Idylle etwa 12.000 Menschen, die hauptsächlich vom Fisch- und Austernfang leben. Je nach Anbieter der Bootstour lassen sich auch einsame Inseln, verlassene Strände und versteckte Höhlen vom Ausflugsboot aus mit Kajaks erkunden.

Mit einer Dschunke durch die Halong-Bucht

Touristen empfiehlt sich eine Dreitages-Reise mit Übernachtung und Verpflegung auf einer Dschunke, welche tagsüber an den verschiedenen Felsen der Bucht vorbeizieht und abends vor Anker geht. Eine solche Tour kann im Voraus gebucht werden und kostet pro Person etwa 100 Euro. Achten Sie darauf, dass Sie nicht das billigste Angebot annehmen, denn leider entsprechen nicht alle Boote den vorgegebenen Sicherheitsstandards, wodurch es in den letzten Jahren häufig zu Unfällen kam. Die beste Reisezeit liegt zwischen Februar und Mai. Dennoch kann es passieren, dass die Wetterbedingungen nicht optimal sind und Sie mit Nebel und Regen rechnen müssen, was sich auch auf die Sichtverhältnisse auswirkt. Doch auch bei schlechter Witterung bieten die Kalkfelsen einen tollen Anblick: Beispielsweise wenn sie von Nebel umhüllt sind, plötzlich daraus auftauchen und wieder verschwindenden.

Leider hat die Halong-Bucht in den letzten Jahren immer mehr mit Verschmutzungen wie Müll zu kämpfen. Auch mit dem zunehmenden Tourismus in Vietnam hat die Bucht an Charme verloren: Riesige Boote transportieren jeweils mehrere dutzend Touristen durch die Bucht, wodurch die traditionellen Dschunken an Bedeutung verlieren. Wer dennoch die Bucht in all ihrer Schönheit und abgeschieden vom Massentourismus erleben will, sollte einige Tage Zeit mitbringen. Nur dann können Sie weiter in die Bucht hineinfahren und dort die Ursprünglichkeit der Natur erleben. Die Halong-Bucht ist ein unbeschreibliches Naturschauspiel und sollte unbedingt Teil Ihrer Vietnam-Reise sein.

Miriam Gebbing

Die Bahamas – eine Inselgruppe wie aus dem Bilderbuch

Poster von glasklarem Wasser, das im strahlenden Sonnenschein glitzert und durch weiße Sandstrände begrenzt wird, schmücken die Wände zahlreicher Wohnräume. Die Bilder sorgen für idyllische Atmosphäre und lassen den Alltagsstress für kurze Zeit verfliegen. Einmal in der Realität an einem solchen Strand zu liegen – das ist der Traum vieler. Wo Sie diese malerischen Orte finden? Zum Beispiel auf einer der mehr als 700 Inseln der Bahamas. Das ganze Jahr über können Sie dort bei angenehmen Temperaturen entspannen oder die Meerestiere beim Schnorcheln im kristallklaren Wasser beobachten. Doch nicht nur die traumhafte Szenerie ist es, die einen Besuch der Inselgruppe lohnenswert macht. Die Bahamas haben weit mehr zu bieten: kulinarische Spezialitäten, Geschichte, Kultur und zahlreiche Ausgehmöglichkeiten. Wir zeigen Ihnen, was Sie bei einem Besuch der Inselgruppe auf keinen Fall verpassen sollten.

Entspannung pur an den Stränden der Bahamas

Strand auf den Bahamas
Die Bahamas – malerische Szenerien wie aus dem Bilderbuch (Quelle: Fotolia)

Sie wollen sich fernab vom Touristentrubel die Sonne auf den Bauch scheinen lassen? Dann sollten Sie auf keinen Fall den Love Beach auf der Insel New Providence auslassen. Der Strand ist zwar verhältnismäßig klein, macht die bescheidene Fläche allerdings mit seinem feinen, weißen Sand und glasklarem Wasser wett. Dort können Sie sich ganz dem Meeresrauschen und der angenehmen Brise, die im gesamten Bahamas-Gebiet weht, hingeben.

Wer sich hingegen gern ins Getümmel stürzt und neue Kontakte knüpfen möchte, sollte die nicht minder schönen Strände rund um die Hauptstadt Nassau und die der nahe gelegenen Insel Paradise Island besuchen. Paradiesisch ist genau das richtige Stichwort, schließlich finden Sie zum Beispiel am Cabbage Beach eine nahezu irreal schöne Szenerie vor. Auf Liegestühlen unter Palmen können Sie auf das im Sonnenlicht glitzernde Meer blicken und beobachten, wie Segelboote und Jetskis ihre Runden ziehen.

Für die Leute, die sich von ihrem Urlaub ein actionreiches Programm versprechen, bietet sich der Cable Beach auf New Providence an. Dort können Sie eine der angebotenen Wassersportarten ausprobieren: Egal, ob Sie sich für Windsurfing, Wakeboarding, Parasailing oder Jetski-Fahren entscheiden – alle Aktivitäten versprechen einzigartige Erlebnisse, die Sie garantiert nicht mehr vergessen!

Für absolute Feinschmecker: bahamesische Gerichte

Dass Sie auf den Bahamas eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch erwartet, ist längst kein Geheimnis mehr. Doch wissen Sie bereits etwas über die bahamesische Küche? Vermutlich nicht. Dabei finden Sie gerade dort exquisite Gerichte, die sich meist aus einzigartig leckeren Kombinationen aus Fleisch oder Fisch und frischen Früchten zusammensetzen. So können Sie beispielsweise Hühnchen im knusprigen Bananen-Mantel mit Curry-Kokosnuss-Soße kosten.
Die Bahamas sind jedoch vor allem für die vielfältigen Meeresfrüchte- und Fisch-Kreationen bekannt: Probieren Sie unbedingt die schmackhaften Langusten, den sogenannten Crayfish oder den Zackenbarsch – ein Erlebnis für die Geschmacksnerven!

Frische Säfte
Genießen Sie frisch gepresste Fruchtsäfte an den Stränden der Bahamas. (Quelle: Fotolia)
Wer sich im Urlaub richtig etwas gönnen möchte, sollte die bahamesische Delikatesse nicht auslassen: Conch. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Meeresschnecke, die meist roh oder zusammen mit Suppen und Salaten gegessen wird. Doch auch frittiert und gebacken schmeckt das bissfeste Fleisch einfach köstlich. Als Nachspeise können Sie mitunter zwischen dem Jonny Cake (schmackhaftes Maisbrot), Kokosnuss-Rum-Pudding und der Guava Duff (Zimtschnecke) auswählen. Dazu ein erfrischender Papaya- oder Ananas-Saft und Sie können sich frisch gestärkt ins nächste Abenteuer stürzen!

Die spannende Geschichte der Bahamas

Während die ersten Teile der Bahamas bereits im vierten und fünften Jahrhundert entdeckt wurden, fand eine großflächige Besiedelung erst ab dem neunten Jahrhundert durch Indianerstämme statt. Auch Spanier und englische Puritaner fanden sich im Laufe der Geschichte im Bahamas-Gebiet ein, verliehen einigen der Inseln ihren Namen und prägten die Kultur entscheidend. Noch heute erinnern pastellfarbene Kolonialhäuser (beispielsweise auf Harbour Island) an die Vergangenheit der Inseln.

Ab dem 16. Jahrhundert wurden die Vorzüge der Bahamas überwiegend von Piraten genutzt: Die Seeräuber sahen in der einwandfreien geographischen Lage ihre Chance, die Handelsschiffe auf dem Weg zwischen Florida und Kuba auszurauben. Erst das Jahr 1717 markierte das Ende der Piraterie. Woodes Rogers – selbst ehemaliger Pirat, später jedoch Gouverneur der Bahamas – versuchte, die Seeräuber zur Kapitulation zu animieren, indem er ihnen Straffreiheit versprach. Die wenigen, die Widerstand leisteten, wurden von Rogers selbst verfolgt und getötet. Die darauffolgenden Jahre in der Geschichte der Bahamas wurden von Schmuggel überschattet, ehe im Jahr 1929 erstmals Touristen die Inseln aufsuchten.

Auf den Bahamas die Nacht zum Tage machen

Auch zu später Stunde wartet auf den Bahamas ein abwechslungsreiches Programm auf Sie. So können Sie in einer Strandbar zu rhythmischen Salsa- und Reggae-Klängen Ihr Tanzbein schwingen oder Ihre Gesangskünste an einem Karaoke-Abend unter Beweis stellen! Wer in Nachtclubs bis in die Morgenstunden feiern möchte, sollte hingegen die Inseln New Providence und Grand Bahama besuchen. Dort finden Sie zahlreiche Lokalitäten, die jeden Musikgeschmack abdecken und tolle Events bieten. In der Hauptstadt Nassau und auf Paradise Island finden Sie darüber hinaus eine Vielzahl an Casinos, in denen Sie neben Poker auch Roulette oder Blackjack ausprobieren können.

Eine kleine Besonderheit zum Abschluss: Wundern Sie sich nicht, wenn Sie auf einer Bootsfahrt entlang des Strandes kleine Schweineöhrchen aus dem Wasser blitzen sehen. Die Säugetiere fühlen sich im kristallklaren Wasser mindestens genauso wohl wie die Urlauber und plantschen mit Ihnen liebend gern um die Wette. Nutzen Sie die einmalige Gelegenheit und lassen Sie sich mit dem Boot an den sogenannten Pig Beach bringen. Wer kann schließlich von sich behaupten, schon einmal mit Schweinen geschwommen zu sein?

Sybille Schäftner

Japanischer Frühlingsanfang: „Hanami“ – Das Kirschblüten-Fest

Die japanische Kirschblüte

Die zart rosafarbene Kirschblüte – umgangssprachlich Sakura genannt – ist eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur. Sie markiert nicht nur den Anfang des Frühlings, sondern steht für Schönheit und Leben im Kontrast zu dessen Vergänglichkeit. Normalerweise beginnt die Kirschblüten-Zeit Mitte oder Ende März und endet im Mai. Während dieser Zeit verbreitet sich die Blüte vom Südwesten in den Norden des Landes und ganz Japan wird in ein Meer von Kirschblüten getaucht. Anlässlich der Kirschblüten-Zeit finden in Japan unzählige Feste statt, genannt Hanami (zu Deutsch „Blüten betrachten“). Unzählige Japaner versammeln sich in Parks, Nationalgärten und an Gedenkstätten und feiern gemeinsam mit Familie und Freunden das Hanami-Fest. Doch nicht nur die Einheimischen begehen diese jährliche Tradition, die Zeit des japanischen Frühlingsanfangs ist auch die Hochsaison für den Tourismus. Es gibt in Japan über 1000 Plätze, wo Touristen gemeinsam mit Japanern Sake trinken, das Nationalgericht O-Bento essen und den wunderschönen Blick auf die unzähligen, blühenden Kirschbäume genießen können.

Kirschbäume
Zum Frühlingsanfang blühen überall in Japan die Kirschbäume
(Quelle: fotolia.com)

Japan zur Kirschblüten-Zeit

Das Internet, Wetterstationen und Nachrichten berichten mehrmals täglich über den derzeitigen Stand der Blüten. Wann jedoch die Blüten die verschiedenen Orte erreichen, lässt sich nicht genau vorhersagen. Temperatur- und witterungsbedingt schwankt der Zeitpunkt von Jahr zu Jahr erheblich. Möchten Sie während Ihres Japan-Aufenthalts in den Genuss des unbeschreiblichen Anblicks kommen, sollten Sie deswegen ausreichend Zeit einplanen. Auch starker Regen kann die Freude an der Blütenpracht trüben: Unwetter und Stürme lassen die Blüten schneller abfallen und verkürzen die Blütezeit erheblich.

Tokio im Angesicht der Kirschblüten

Besonders gut eignet es sich, die Kirschblüten-Schau mit einem Besuch der Hauptstadt Japans zu verbinden. Wählen Sie dafür einen möglichst frühen Reisezeitpunkt, am besten Ende März. In Tokio haben Sie unzählige Möglichkeiten ein Hanami-Fest zu besuchen, sehr bekannt unter Japanern ist hierbei der Ueno-Park. Wer anlässlich der Kirschblüten-Schau einen Platz im beliebtesten Park Japans bekommen möchte, sollte jedoch rechtzeitig da sein: Bereits in den Morgenstunden reservieren sich viele Japaner die besten Plätze und dösen im Schatten der blühenden Bäume. Was gegen Mittag einer geselligen Zusammenkunft gleicht, entwickelt sich abends zu einer rauschenden Party. Bis zu 250.000 Menschen feiern im Ueno-Park gemeinsam unter beleuchteten Kirschbäumen die Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens. Touristen können zudem den Besuch im Ueno-Park mit der Besichtigung der vielen umliegenden Museen verbinden.
Wer Hanami etwas ruhiger begehen möchte, kann die Blütenpracht im Shinjuku-Gyoen Nationalgarten bewundern: Wandern Sie entlang des Flusses und genießen Sie den Anblick von über tausend blühenden Kirschbäumen.

Kirschbäume beleuchtet
Genießen Sie den wunderschönen Blick auf die beleuchteten Kirschbäume
(Quelle: iStockphoto.com)

Japanische Tradition

Nicht nur in Tokio, sondern auch in Kyoto lassen sich unzählige Kirschblüten betrachten. Hier bietet sich vor allem ein Besuch im Maruyama-Park an, da dort ein besonders beeindruckender Kirschbaum steht: Die Äste des Shidarezakura-Baums hängen herunter wie bei einer Trauerweide und bieten darunter einen besonders gemütlichen Platz zum Hanami. Durch die nächtliche Bestrahlung mit Scheinwerfern bildet er den Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Wer es nicht schafft, Japan zur Kirschblüten-Zeit zu besuchen, kann auch in Deutschland an einem Hanami-Fest teilnehmen: In Städten wie Hamburg oder Berlin organisieren die Deutsch-Japanischen-Gesellschaften jedes Jahr Feste.

Für Außenstehende mag es auf den ersten Blick befremdlich wirken, mit welcher Euphorie die Japaner dem jährlichen Naturereignis begegnen. Um die Hysterie rund um das Hanami-Fest zu verstehen, muss man selber einmal an einem solchen teilgenommen haben. Wenn das graue Tokio mit einer Schar von rosafarbenen Blüten bedeckt ist, Fremde und Freunde ausgelassen in beleuchteten Parks gemeinsam feiern und die Schönheit der Bäume für sich steht – erst dann versteht man den Sinn hinter dem Fest: Das Feiern des Lebens, aber auch das Bewusstsein von dessen Kürze und Vergänglichkeit.

Miriam Gebbing

Der Jesus Trail in Israel: Wandern auf den Spuren Jesu

Der „Jesus Trail“ ist ein 65 Kilometer langer Pilgerweg in Galiläa und verbindet bedeutende historische Stätten miteinander. Grundlage für diesen Weg ist ein Zitat aus dem Matthäusevangelium, demzufolge Jesus von seiner Heimatstadt Nazareth nach Kafarnaum ging. Der Jesus Trail wurde 2007 von zwei Wanderliebhabern gegründet und ist seit 2009 mit offiziellen Markierungen versehen. Beginnend in Nazareth, verläuft der Jesus Trail durch den „Nationalpark Sepphoris“, weiter nach Kana, Hittim, entlang der Abhänge des Berges Abel und endet in Kafarnaum am See Genezareth. Die Wanderroute lässt sich in vier Tagesmärsche unterteilen, wobei die Länge der einzelnen Etappen zwischen 13 und 19 Kilometer beträgt.

Auf den Spuren Jesu

Der Jesus Trail beinhaltet wichtige Stationen des Lebens und Wirkens Jesu und vereint auf der über 60 Kilometer langen Strecke die jüdische und christliche Geschichte miteinander. Auf dem Weg durch die Ortschaften können Sie unterschiedliche Kulturen kennenlernen. Der Wanderweg zieht jedoch nicht nur Pilger an, sondern eignet sich auch für kultur- und geschichtsinteressierte Touristen. Da sich der Jesus Trail durch eine geringe Wanderschwierigkeit auszeichnet, ist er auch für Anfänger gut geeignet: Durch die weiß-orangenen Markierungen können Sie sich kaum verlaufen, sodass Sie die Wanderroute auch ohne Leitung bewältigen können. Dennoch empfiehlt sich die Anschaffung eines Reiseführers mit anschaulichen Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten entlang der Route.

Verkündigungskirche
Offizieller Startpunkt des Jesus Trails: Die Verkündigungskirche in Nazareth
(Quelle: fotolia.com)

Beginn der Wanderung in Nazareth

Bevor Sie mit der Wanderung beginnen, sollten Sie eine Nacht im „Fauzi Azar Inn“ nächtigen. Das Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert gilt als der inoffizielle Ausgangpunkt des Jesus Trails, deswegen sind Jesus Trail Wanderer dort sehr willkommen. Hier erhalten Sie kostenloses Kartenmaterial und nützliche Informationen zum Trail. Auch wenn Sie nicht in dem Hostel übernachten, können Sie sich jeden Tag um 9:15 Uhr an eine Führung durch Nazareth anschließen. So finden Sie eventuell einige Reisegefährten, die ebenfalls den Jesus Trail entlangwandern möchten. Wer den ersten Teil der Pilgerstrecke nicht alleine begehen möchte, kann samstags an einer kostenlosen und von einem Hostelmitarbeiter geführten Wanderetappe bis nach Kana teilnehmen.

Der offizielle Ausgangspunkt des Jesus Trails ist die Verkündigungskirche, in der Maria laut biblischer Überlieferung einst durch den Engel Gabriel von ihrer Schwangerschaft erfuhr. Durch die Altstadt geführt, bietet sich Ihnen beim Verlassen Nazareths ein atemberaubender Blick auf fruchtbare Felder und grüne Wiesen. Bereits nach einigen Kilometern erreichen Sie die historische Stätte Sepphoris (hebräisch: Zippori), wo archäologische Ruinen aus der Zeit Jesu besichtigt werden können. Die erste Etappe endet in Kana, der Stadt, in der Jesus nach biblischer Überlieferung auf einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelte. Dementsprechend ist es kaum verwunderlich, dass sich in Kana an jeder Ecke Läden mit Hochzeitswein befinden. In der Stadtübernachten Sie im einzigen Gasthaus des Ortes: Das Gästehaus der Familie Bellam entstand im Zuge des Jesus Trails und bietet eine einfache und familiäre Unterkunft für Wanderer.

Kana – Kibbuz Lavi – Hittim – Arbel

Von der Stadt Kana aus führt der Weg entlang an Wiesen und Feldern nach Kibbuz Lavi. Genießen Sie auf der alt-römischen Handelsstrecke „Via Maris“ die Schönheit und Unberührtheit der Natur Israels. Übernachten können Sie im Kibbuz in einem 4-Sterne Hotel, aber auch für den kleinen Geldbeutel finden sich hier preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten. Übrigens: An vielen Stellen des Trails ist auch das Campen erlaubt. Achten Sie jedoch darauf, keinen Müll zu hinterlassen. Seitdem der Jesus Trail auch außerhalb Israels bekannt geworden ist, stellt die Verschmutzung des Weges entlang der Strecke ein Problem dar.

Die dritte Etappe führt den Wanderer von Kibbuz Lavi über die Hörner von Hittim. Diese Hügel, wenige Kilometer westlich vom See Genezareth gelegen, sind vor allem aufgrund ihrer Bedeutung im 12. Jahrhundert bekannt: Dort fand 1187 eine entscheidende Schlacht der Kreuzritter statt, die dadurch weite Teile ihres Königreichs Jerusalem verloren. Sehenswert sind auch die Grabmäler des Drusenheiligen und des Propheten Jethro, der laut biblischer Überlieferung der Schwiegervater Moses war. Übernachtungsmöglichkeiten befinden sich im jüdischen Dorf Arbel. Hier können Sie sich im Gasthaus von Sara und Israel Schavit auf günstige Zimmer und hervorragende Hausmannskost für Pilger und Wanderer freuen.

Capernaum - greek orthodox
Fast am Ziel: Ausblick auf den See Genezareth
(Quelle: fotolia.com)

Beeindruckende Aussichten und das Ende des Trails in Kafarnaum

Die letzte Etappe beginnt mit dem Anstieg des Berges Arbel: Der Aufstieg ist recht mühsam, jedoch wird diese Anstrengung mit einem einmaligen Blick auf den See Genezareth und einer beeindruckenden Landschaft belohnt. Anschließend erreichen Sie die Brotvermehrungskirche in Tabgha, der Ort an dem Jesus laut biblischer Überlieferung ganze 5000 Menschen mit einem Laib Brot satt machte. Nur einen kurzen Streckenabschnitt davon entfernt befindet sich der Berg der Seligpreisungen, wo Jesus seine Bergpredigt hielt. Direkt am See Genezareth gelegen, können Sie auch hier einen Blick auf diesen und die beeindruckende Landschaft erhaschen. Ziel der Etappe und des Jesus Trails ist das Fischerörtchen Kafarnaum. Dort können sowohl die historische Altstadt als auch Ausgrabungen besichtigt werden, die seit Ende des 19. Jahrhunderts von Franziskanermönchen geleitet werden. Treten Sie von hier aus Ihre Heimreise an oder quartieren Sie sich noch für einige Tage am See Genezareth ein: Hier ist besonders das Gasthaus in Tabgha zu empfehlen. Eine kostengünstigere Alternative ist die Unterkunft in den kleinen Hütten der Mönche, die hinter der Brotvermehrungskirche gelegen sind.

Start von Deutschland aus

Beginnen Sie die Reise zum Jesus Trail in Jerusalem oder Tel Aviv, von wo aus Sie Anschlussflüge nach Nazareth haben. Für vier Tage ist die Reise zwar nicht ganz billig, die beeindruckenden Landschaften vermischt mit 2000 Jahren alter Kultur und Geschichte sorgen jedoch für einzigartige Erlebnisse. Aufgrund der unbeständigen Wetterbedingungen im Winter und der hohen Temperaturen im Sommer sollte die Wanderung im Idealfall zwischen Februar und Mai oder zwischen Oktober und November erfolgen. Soviel ist sicher: Die Wanderung entlang des Jesus Trails ist für jeden eine inspirierende und spannende Erfahrung. Nehmen Sie die einmalige Gelegenheit wahr und begeben Sie sich auf die Spuren christlicher Vergangenheit.

Miriam Gebbing

Urlaub unter Tage – Sala Silvergruva

In der schwedischen Provinz Västmanland befindet sich ein ganz besonderes Ausflugsziel: Die „Sala Silvergruva“, die etwa 40 Kilometer nördlich von Västerås entfernt ist. Die stillgelegte Silbergrube der Stadt Sala wurde einst von König Gustav Wasa als „Schatzkammer Schwedens“ bezeichnet, da sie lange Zeit Europas größter Silberproduzent war. Heutzutage stellt die Grube eine bedeutende Touristenattraktion des Landes und der Region dar.

Willkommens-Schild
Das „Willkommens-Schild“ vor dem Eingang des Bergwerks (Quelle: privat)

Ob Sie eine Führung durch verschlungene Grubengänge unternehmen, ein romantisches Candle-Light-Dinner genießen, im unterirdischen See tauchen oder eine Nacht in der „Gruben Suite“ verbringen möchten: Die Sala Silvergruva bietet Ihnen einen Aufenthalt der ganz besonderen Art.

Geführte Touren durch die mystische Grubenwelt

Eine Führung durch die faszinierende Unterwelt des Silberbergwerks, das vom 15. Jahrhundert bis 1908 in Betrieb war, ist für jeden Schweden-Urlauber ein echtes Erlebnis. Sie haben dabei die Wahl, ob Sie die „Sofia Magdalena Grube“ in 60 Metern oder die „Ulrica Eleonora Grube“ in 155 Metern Tiefe besichtigen möchten. Mit einem Tour-Guide dringen Sie tief in das stockfinstere Bergwerk ein und erfahren während Ihrer Tour viel Wissenswertes über die Bedeutung des Silbers. Vielleicht sehen Sie dabei auch die ein oder andere Fledermaus, die in der Grube wohnt. Es empfiehlt sich in jedem Fall, Schmutz abweisende Kleidung und festes Schuhwerk zu tragen, sowie einen Helm, den Sie vor der Führung bekommen.

Vergessen Sie vor dem Betreten der Gänge nicht, dreimal an die Felswand zu klopfen, um den Grubengeist Sala, der laut einer Sage im Bergwerk haust, milde zu stimmen. Zudem sollten Sie auch nicht fluchen, pfeifen oder schreien.

Unter Tage im tiefsten Hotelzimmer der Welt übernachten

Das Sala Silberbergwerk bietet Abenteuerlustigen die einmalige Möglichkeit, für eine Nacht in 155 Metern Tiefe zu schlafen. Wenn Sie Stille wünschen und keinem anderen Hotelgast begegnen möchten, ist dieses Hotelzimmer eine echte Alternative. Die Suite befindet sich direkt neben dem sogenannten „Gästabudsalen“, ein Bankettsaal, der von ungewöhnlichen Grubengängen, eindrucksvollen Bergräumen und unterirdischen Seen umgeben ist und fantastische Klang- und Lichtphänomene bietet.

Sala Gruvsvit
Die „Gruben Suite“, die noch für die Gäste dekoriert werden muss (Quelle: privat)

Die „Gruben Suite“ liegt in der „Ulrica Eleonora Grube“ und eignet sich als Schlafplatz für zwei Personen. Das Zimmer ist mit einem Doppelbett mit kuscheligen Decken sowie einem kleinen Esstisch ausgestattet. Die Raumtemperatur beträgt angenehme 18 Grad Celsius, während im gesamten Höhlenkomplex das ganze Jahr über nur zwei Grad herrschen. Das Personal des Silberbergwerks ist rund um die Uhr erreichbar, die Kommunikation funktioniert jedoch nur über ein Funkradio.

Wer eine Nacht in der Silbergrube verbringen möchte, erhält zunächst eine Führung in diesem Teil des Bergwerks. Im Anschluss daran haben Sie ein wenig Zeit für sich, bis Sie Ihr Reiseführer abholt und in die Grubensuite bringt. Dort wartet bereits ein kleines Candle Light Dinner mit schwedischen Köstlichkeiten, wie zum Beispiel der salzige Grubenkäse, auf Sie. Nach der Nacht im Schoß des Berges serviert ein Grubenarbeiter ein reichhaltiges Frühstück, bevor es mit dem Aufzug wieder ans Tageslicht geht.

Unterirdisches Tauchen und Konzerte im „Echo-Saal“

Professionelle Sporttaucher können erlebnisreiche und spannende Tauchgänge im unterirdischen „Christina See“ erleben. Der See zählt zu den größten sichtbaren Wasseroberflächen im Sala Silberbergwerk und stellt eine echte Herausforderung dar. Der tiefste Schacht liegt 318 Meter unter der Erdoberfläche und die Wassertemperatur beträgt nur zwei Grad. Auf Ihrem Tauchgang durchstreifen Sie die schmalen Gänge und Räume der Grube und tauchen sowohl vertikal als auch horizontal in die Tiefe.

Ein weiteres Highlight des Silberbergwerks stellt der Konzertsaal „Victoria Hall“, auch „Echo-Saal“ genannt, dar. Dort finden Sie nicht nur die auf dem Gestein verewigten Unterschriften von Kronprinzessin Victoria und König Carl XVI Gustav, sondern auch ein klangvolles Echo. Ihr Tour-Guide singt Ihnen bei Gelegenheit ein Lied vor, um den wunderschönen Klangeffekt zu zeigen. In der Halle finden immer wieder Konzerte und andere Veranstaltungen, wie beispielsweise Theateraufführungen statt. Die außergewöhnliche Akustik verleiht diesen musikalischen Erlebnissen etwas ganz Außergewöhnliches.

Klettern im Hochseilgarten

Besucher der Sala Silvergruva können auch über Tage im Hochseilgarten Abenteuer erleben. Das Areal erstreckt sich über den ältesten Teil des Bergwerks, den „Herr Stens Botten“. Seilbahnen, Leitern und Hängebrücken sind über diesen zusammengebrochenen Teil der Grube gespannt und laden zum Klettern auf steilen Klippen in atemberaubender Naturkulisse ein.

Der „Weiße Kontinent“ – Ausflug zum Ende der Welt

Dass Urlaub nicht immer aus Sonne, Strand und Meer bestehen muss, weiß jeder, der bereits Länder wie Kanada bereist oder eine abenteuerliche Nacht in einem Eishotel verbracht hat. Wer auf der Suche nach einem Ort ist, der noch nicht von Menschen beeinflusst und von Touristen überlaufen ist, dem stehen leider nicht mehr viele Möglichkeiten offen. Eine der wenigen Alternativen führt Abenteuerlustige buchstäblich ans Ende der Welt, zur Antarktis – wenn der Geldbeutel es zulässt.

Das ewige Eis der Antarktis

Eisberge in der Antarktis
Der Großteil eines Eisberges befindet sich unter Wasser – nur ein ganz kleiner Teil ragt aus dem Wasser heraus. (Quelle: Fotolia)

Die am Südpol gelegene Antarktis ist eine der letzten von Menschenhand nahezu unberührten Regionen unseres Planeten. Sie ist nicht nur der kälteste und trockenste Ort der Erde – mit seinen gigantischen, allgegenwärtigen Eismassen, die an manchen Stellen knapp 5.000 Meter dick und flächenmäßig insgesamt größer als Europa sind, gilt dieser fremde Ort auch als der sechste Kontinent. Aus diesem Grund wird die Antarktis auch gerne der „Weiße Kontinent“ genannt.
Geprägt ist diese wundersame Eiswüste von zwei Jahreszeiten: Sommer und Winter. Während der Winter den Kontinent monatelang in Dunkelheit und Kälteextremen von durchschnittlich –50 °C taucht, gibt es im antarktischen Sommer Tage, an denen die Sonne niemals untergeht. In dieser Zeit (etwa Oktober bis März) besteht die Möglichkeit, auf ausgewählten Schiffen Expeditionen zu dieser entlegenen Region anzutreten. Im Winter hingegen wagt es nur eine Handvoll Wissenschaftler, den eisigen Böen in den vereinzelten Forschungsstationen zu trotzen.

Volle Kraft voraus: Die Reise geht gen Süden

In der Regel startet die Schiffsüberfahrt zur Antarktis in Ushuaia, einer mittelgroßen Stadt im Süden Argentiniens, die gleichzeitig als südlichste Stadt der Welt gilt – viel näher kommt man dem Südpol ohne Schiff nicht. Von dort aus gilt es, die berüchtigte Drake-Passage, eine Meeresstraße zwischen der Antarktis und dem südamerikanischen Kontinent, zu durchqueren. Durch die verschieden warmen Strömungen, die hier aufeinander treffen, kann die Überfahrt durchaus turbulent und stürmisch ausfallen – Vorsicht also, falls Sie unter Seekrankheit leiden. Ein Großteil der Schiffe ist in Sachen Komfort nicht vergleichbar mit Luxusyachten, die man von Kreuzfahrten gewohnt ist. Es gibt zwar auch Kreuzfahrtschiffe, die zahlreiche Reisende zur Antarktis bringen, allerdings macht sich dieser Komfort deutlich im Preis bemerkbar.

Während der mehrtägigen Überfahrt haben Passagiere an Bord der meisten Expeditionsschiffe die Möglichkeit, spannenden Vorträgen von erfahrenen Wissenschaftlern zu lauschen und mehr über das frostige Reiseziel zu erfahren, das vor ihnen liegt. Mit etwas Glück kann man während der Schiffsfahrt bereits mit tierischen Begleitern rechnen: Nicht selten können beispielsweise verschiedene Wal- und Seevogelarten beobachtet werden.

Wasser, Eis und … Pinguine

Pinguine und im Hintergrund ein großes Schiff
Schon vom Schiff kann man die ersten Pinguine in freier Wildbahn beobachten. (Quelle: Fotolia)

Wer die Strapazen auf sich nimmt, wird mit Augenblicken belohnt, die sicherlich für immer im Gedächtnis bleiben. Das erste Betreten des eisigen Landes, nachdem auf der Schifffahrt bereits erste majestätisch geformte Eisberge die weite Eiswüste ankündigten, gehört zu den kostbaren Momenten im Leben, die einen Menschen wirklich bewegen und mit Ehrfurcht erfüllen. Von weitem lassen sich bereits die zahlreichen Pinguine erkennen, die den neuen Besuchern in der Regel nicht mit Angst, sondern vielmehr mit kindlicher Neugier begegnen. Die grenzenlose Weite bietet einen überwältigenden Anblick und bei gutem Wetter werden Wanderungen angeboten, auf denen die vielfältige Tierwelt beobachtet werden kann.

Die Unberührtheit des Weißen Kontinents

Besuchern muss klar werden, dass es sich bei der Antarktis nicht um einen typischen Touristenort, sondern um ein kostbares Naturparadies handelt, dass es zu schützen gilt. An keinem anderen Ort der Erde sind das Wasser und die Luft so sauber wie am Südpol. Aus diesem Grund hat die „International Association of Antarctica Tour Operators“ (IAATO) strenge Regeln in Bezug auf den Tourismus aufgestellt. Um die empfindliche Natur nicht zu stören, wurden obligatorische Leitfäden für Besucher und Reiseorganisationen entworfen, welche die Unberührtheit des Weißen Kontinents erhalten sollen und beispielsweise regeln, wie viele Menschen an derselben Stelle zur gleichen Zeit an Land gehen dürfen.

Ein Ausflug zu der Antarktis ist sicherlich kein typischer Urlaub. Die Reise führt an einen rauen und unwirtlichen Ort, den nur wenige Menschen zuvor gesehen haben. Die Einsamkeit und Schönheit, die so fern von unserem Alltag sind, die riesigen Eisberge, die sich in faszinierenden und wundersamen Gebilden gen Himmel erheben, das kristallklare Wasser und die fantastische Tierwelt machen den Weißen Kontinent jedoch zu einem der interessantesten Gebiete unseres Planeten. Insgesamt kann die Exkursion zum Südpol pro Person schnell mehrere tausend Euro kosten, weshalb sich nicht jeder diesen Luxus leisten kann – vielleicht ist dies auch besser, denn so bleibt uns einer der wenigen unberührten Orte der Erde noch etwas länger erhalten.

Auf dem Motorrad durch Deutschland: Wenn der Wind um die Ohren pfeift

Wenn die Sonne durch die morgendlichen Wolken blitzt und Wald und Wiesen in goldgelbes Licht taucht, bedeutet das für viele Motorradfahrer nur eines: Es ist Zeit für eine Tour mit dem Lieblingsgefährt.
Nach der Winterpause können es alle Fahrbegeisterten kaum abwarten, das Gefühl von Freiheit und Naturverbundenheit wieder zu erleben. Der Duft von Blumen und frischem Holz sowie das angenehme Gefühl von Sonnenstrahlen und Wind auf der Haut machen das Motorradfahren gegenüber Reisen mit dem Auto zu einem einzigartigen Erlebnis für alle Sinne.
Besonders toll: Für unvergessliche Momente in der freien Natur müssen Sie nicht ins Ausland – auch in Deutschland gibt es zahlreiche Gebiete, die es zu erkunden lohnt. So viel sei gesagt: Der Ausblick, der sich Ihnen über Täler und Dörfer bietet, wird Sie definitiv ins Staunen versetzen. Wir von Reiseziel-Berater wünschen gute Fahrt!

Wenig Verkehr, umso mehr Landschaft: Auf kurvigen Strecken durch die Eifel

Motorradfahrer
Zahlreiche Gebiete innerhalb Deutschlands eignen sich für eine unvergessliche Motorradtour, auf welcher Sie die Natur und Freiheit genießen können. (Quelle: istockphoto)

Die Landschaft rund um das Eifelgebirge, das sich größtenteils über Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen erstreckt, stellt das absolute Paradies für jeden Motorradfahrer dar. Vulkanausbrüche aus der Vergangenheit sorgten für die einzigartigen Verformungen der Landschaft, die uns heute ins Staunen versetzen. Das Eifelgebiet bietet selbstverständlich eine Vielzahl an Möglichkeiten für einzigartige Touren, sodass eine Auswahl schwer fällt.
Beliebter Ausgangspunkt ist zum Beispiel der Nürburgring: Jedes Jahr zieht die Rennstrecke viele Motorradfahrer an, was überwiegend auf die zahlreichen Motorrad-Events zurückzuführen ist. Vom Nürburgring aus können Sie die Eifelstadt Mayen ansteuern und weiter Richtung Metternich fahren. Haben Sie die Stadt erreicht, ist es nicht mehr weit zum größten deutschen Nebenfluss des Rheins: der Mosel. Rund um das Gebiet des Flusses können Sie die schöne und vielfältige Landschaft bestaunen und gegebenenfalls einen Stopp einlegen, um eine der zahlreichen Burgen (beispielsweise die Burg Eltz) zu besichtigen.

Fahren Sie ruhig etwas länger am Fluss entlang und genießen dabei das Geräusch des plätschernden Wassers und die reflektierenden Sonnenstrahlen. Wenn Sie am kleinen Örtchen Karden angekommen sind, können Sie die Mosel überqueren und durch das Flaumbachtal fahren, das Sie direkt nach Hunsrück führt. Dieser Ort belohnt Sie mit einem Blick auf atemberaubendes Gestein und eine von Gewässer und grünen Wiesen geprägte Landschaft. Lohnenswert ist außerdem ein Ausflug zur idyllisch gelegenen Stadt Bad Bertrich. Der Kurort lädt zum Verweilen und Entspannen ein – Zeit für einen Kaffee oder Tee muss schließlich immer sein.

Für diejenigen, die die engen und kurvigen Straßen der Eifel abfahren möchten, ist die Route von Zülpich über Lövenich, Schönau, Reifferscheid und Nohn bis hin zur Wildenburg im Hellenthal empfehlenswert. Auf dieser Strecke erhalten Sie viele Panoramablicke und können das ein oder andere Naturschauspiel, wie zum Beispiel den Wasserfall „Dreimühlen“ südlich von Ahütte, bestaunen.

Touren durch malerische Orte des größten deutschen Mittelgebirges, dem Schwarzwald

Um die atemberaubende Natur des Schwarzwalds zu erleben, starten Sie am besten in Freiburg und fahren Richtung Donaueschingen. Über St. Märgen und St. Peter geht es weiter nach Waldkirch. Ehe Sie den Ort passieren, sollten Sie die Gelegenheit nutzen und durch das Simonswälder Tal fahren. Auf Ihrer Fahrt durch das Tal können Sie einen Blick auf farbenprächtige Wiesen und kleine Hütten erhaschen ehe es weiter nach Furtwangen geht. Von dort aus sollten Sie nach Schonach fahren: Der kleine Ort ist vor allem für den Wintersport und die weltgrößte Kuckucksuhr bekannt. Nachdem Sie sich am beschaulichen Kurort eine kleine Pause gegönnt haben, können Sie weiter Richtung Elzach fahren. Auch auf dieser Strecke werden Sie zahlreiche Burgen erblicken, die zwischen den Bäumen in atemberaubender Höhe hervorblitzen. Nun passieren Sie die Tallandschaft der Brigach, die sich vor allem durch Moore und einzigartige Waldlandschaften auszeichnet. Fahren Sie auf dieser Strecke ruhig etwas langsamer und genießen den Blick auf den Quellfluss der Donau, ehe Sie weiter Richtung Neustadt-Titisee fahren.

Titisee
Der Titisee im Südschwarzwald gilt als absoluter Touristenmagnet. (Quelle: istockphoto)

Der im Südschwarzwald gelegene Titisee weist eine Fläche von etwa eineinhalb Quadratkilometern auf, ist im Durchschnitt 20 Meter tief und lädt im Sommer zum Schwimmen, Surfen, Segeln oder Tretbootfahren ein. Was gibt es Schöneres als einen kurzen Entspannungsstopp an einem der beliebtesten Seen Deutschlands? Danach können Sie weiter zum Feldberg fahren, dessen Gipfel Sie zu Fuß besteigen können beziehungsweise bequem mittels Seilbahn erreichen. Bevor Sie wieder zurück nach Freiburg fahren, können Sie noch einen kleinen Abstecher nach Kirchzarten machen. Die kleine Gemeinde liegt im Landkreis Breisgau und lädt zur Besichtigung der Pfarrkirche St. Gallus, sowie der Giersbergkapelle und St. Johannes-Kapelle ein. Alle drei bestechen durch eine recht unscheinbare Fassade, die sich mitten im Grünen befindet – die Innenräume weisen hingegen prunkvolle Verzierungen auf.

Das Land der 1000 Berge – Kurvenspaß im Sauerland

Die Mittelgebirgsregion, die sich über die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Hessen erstreckt, ist bei Motorradfahrern nicht zuletzt wegen der eindrucksvollen Abwechslung zwischen einfachen geraden Straßen und Serpentinen beliebt. Kein Wunder, bedenkt man doch, dass innerhalb dieses Gebietes zahlreiche Motorradtouren in Frage kommen. So können Sie beispielsweise von Medebach aus über die hessische Grenze an den Edersee fahren. Der flächenmäßig zweitgrößte Stausee in Deutschland grenzt sich durch sein tiefes Blau von den mit Bäumen bewachsenen Hügeln ab, während Schiffe und Segelboote für das gewisse Etwas sorgen und die Szenerie lebendig machen. Direkt am Edersee liegt die Burg Waldeck, von welcher aus Sie vor allem zur Abendzeit einen tollen Blick über die einzigartige Landschaft haben.

Von dort aus gelangen Sie über das hessische Frankenberg zurück nach Hallenberg, was vor allem für Geschichtsinteressierte einen Besuch wert ist. Die kleine Stadt Hallenberg bildete nämlich einstmals den Stadtkern um die ehemalige Burg Westfalens. Auf dem Rückweg nach Medebach überqueren Sie nochmals die Grenze und gelangen ins Wittgensteiner Land, das vor allem für seine zahlreichen Wanderrouten bekannt ist. Lassen Sie auf keinen Fall einen Besuch der Stadt Bad Berleburg aus. Der im Regierungsbezirk Arnsberg gelegene Ort ist sowohl für das Schloss Berleburg als auch für die historische Fassade der zahlreichen Gebäude bekannt.
Empfehlenswert ist darüber hinaus eine „Drei-Seen-Tour“ vom Ausgangspunkt Eslohe-Reiste. Der Hennessee, Möhnesee und Sorpesee liefern jeweils tolle Motive für Fotos und laden zum Entspannen und Verweilen ein. Auf dieser Strecke erwarten Sie schöne Waldstrecken, einige beliebte Treffpunktorte für Biker und historisch bedeutende Städte.

Abschließend sei gesagt: Machen Sie ausreichend Pausen und fahren Sie mit angemessener Geschwindigkeit, damit Sie Ihr Reiseziel wohlbehalten erreichen.
Abgesehen davon ein kleiner Tipp: Nehmen Sie sich die Zeit und halten die Augen offen: Bäche, Wiesen, Blumen oder Wasserfälle – all das, was uns im hektischen Alltagsleben so oft entgeht und wofür wir den Blick zu verlieren drohen, ist in unmittelbar Nähe. Lassen Sie Ihre Seele an den naturbelassenen Orten innerhalb Deutschlands baumeln und genießen die Ruhe und das Gefühl von Freiheit. Denn das ist vor allem eines: selten.

Lissabon: Gelassenheit und Gastfreundlichkeit in der Hauptstadt Portugals

Lissabon ist die Hauptstadt und mit einer halben Million Einwohner auch die größte Stadt Portugals. Sie ist im äußersten Südwesten Europas auf der iberischen Halbinsel gelegen. Das atlantische Klima sorgt für milde Winter und kühle Sommer, was die Stadt am Tejo ganzjährig zu einem beliebten Reiseziel macht.

Beeindruckende Aussicht vom Castelo de São Jorge

Was Lissabon so einzigartig macht, sind die verschiedenen Stadtteile, die sich jeweils durch ihr eigenes Flair und unterschiedliche architektonische Besonderheiten auszeichnen. Alfama ist das älteste Stadtviertel Lissabons und blieb von dem großen Erdbeben im Jahre 1755 nahezu unversehrt. Viele kleine Gassen mit Kopfsteinpflaster und Häuser mit wundervollen Mosaikkacheln, die an die charakteristische Architektur der Mauren erinnern, zeichnen dieses Viertel aus. Das Highlight von Alfama ist das „Castelo de São Jorge“. Obwohl die Festungsanlage 1755 nahezu vollständig zerstört wurde, bietet sich Besuchern von hier aus ein weiter Ausblick über die Stadt und über den Fluss Tejo. Der Eintritt ist frei.

Tour de Belem
Das Wahrzeichen Lissabons: Der „Torre de Belem“
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Der Stadtteil Belem

Wahrzeichen Lissabons ist der „Torre de Belem“, ein Turm, der sich an der Tejomündung und im Stadtteils Belem. Im 19. Jahrhundert diente der Turm als Waffenlager und Gefängnis, heute bietet seine 35 Meter hohe Aussichtsplattform einen wunderschönen Blick auf Lissabon. Der Turm ist in seiner ehemaligen Funktion als Leuchtturm auch Schutzsymbol der Seefahrer und wurde in den 80er Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. In direkter Nähe zum Torre de Belem ist das „Mosteiro dos Jerónimos“, das Hieronymuskloster, gelegen. Es war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts noch von Mönchen bewohnt, heute steht es Besuchern offen. Innerhalb des Klosters finden sich zahlreiche Königsgräber und zwei Museen. Vor allem der Innenhof mit seinen reich verzierten Bögen und Fenstern ist allemal einen Besuch wert.

Shoppen in Chiado

Das Stadtviertel Chiado ist vor allem bekannt für seine unzähligen Einkaufsmöglichkeiten. Die Rua Garret zählt hierbei zu den nobelsten und teuersten Einkaufsstraßen in ganz Portugal. Läden nahezu aller Topdesigner sind hier vertreten. Durch ein Feuer wurde 1989 ein beträchtlicher Teil der Gebäude bis auf die Fassaden zerstört. Durch den Wiederaufbau zeichnet sich Chiado durch moderne Architektur mit alt-portugiesischem Charme aus. Auch das bekannte „Café a Brasileira“ befindet sich in diesem Viertel.
Es ist nicht nur ein beliebter Treffpunkt für Kunststudenten, sondern auch ein sehenswerter Touristenmagnet. Entspannen Sie sich und genießen Sie ihre „Bica“ (=Espresso) und ein „Pasteis de Nata“ (=portugiesische Blätterteig-Spezialität mit Cremefüllung). In Chiado befindet sich auch das „Convento do Carmo“. Das ehemalige Kloster wurde bei dem großen Erdbeben von Lissabon bis auf die Grundmauern zerstört. Es wurde in diesem Zustand belassen und gilt heute als Symbol für Verlust und Hoffnung. Riesige Marmorsäulen und Mauerreste, sowie das archäologische Museum verdeutlichen die römisch geprägte Vergangenheit Lissabons.

Etwas außerhalb der Altstadt gelegen ist das „Fábrica Braço de Prata“. Dieses Kulturzentrum ist ein absolutes Highlight und nur wenigen Touristen bekannt. Dabei können Sie gerade hier den Charme und die Gastfreundlichkeit Lissabons kennenlernen. Im Sommer finden in der Fábrica Braço de Prata Konzerte unter freiem Himmel statt. Mehrere Buchhandlungen, Ausstellungsräume und Shops, sowie ein atmosphärisches Restaurant mit Terrasse laden zum individuellen Kulturerlebnis ein. Außerdem besitzt Lissabon einige große und schöne Parkanlagen, wie zum Beispiel den „Jardim Botânico“ oder den „Parque Florestal de Monsanto“, die sich zum Entspannen und Picknicken abseits der Touristenströme anbieten.

Lissabon
Der Frühling ist die beste Jahreszeit für einen Besuch der Hauptstadt
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Fortbewegung in Lissabon

Vom außerhalb gelegenen Flughafen erreichen Sie innerhalb kürzester Zeit die Innenstadt: Dabei haben Sie die Wahl zwischen der Metrolinie, dem AeroBus oder der Buslinie 708. Wer erst nachts am Flughafen landet, kann eine Nachtbuslinie benutzen. Selbst Auto zu fahren empfiehlt sich in Lissabon nicht. Wenige Parkmöglichkeiten und viele Einbahnstraßen erschweren dies im unübersichtlichen Verkehr der Großstadt. Das Stadtzentrum selbst ist sehr überschaubar, alle Sehenswürdigkeiten lassen sich gut zu Fuß erreichen. Da Lissabon jedoch auf Hügeln erbaut wurde, müssen Sie an einigen Stellen mit Steigungen rechnen. Auch das gut ausgebaute und übersichtliche Netz öffentlicher Verkehrsmittel bestehend aus Bussen, Trambahnen und der Metro kann von Besuchern genutzt werden. Beachten Sie jedoch, dass die Metro zu einem anderen Verkehrsunternehmen gehört, weswegen Bustickets hier nicht gültig sind. Eine weitere Besonderheit stellen die sogenannten „Elevador“ dar. Insgesamt vier dieser Aufzüge lassen sich in Lissabon finden, nur einer jedoch, der Elevador de Santa Justa, kann als solcher im herkömmlichen Sinne bezeichnet werden. Dieser Personenaufzug fährt als einziger vertikal, die anderen sind waagerecht verlaufende Aufzüge, die unterschiedliche Stadtteile miteinander verbinden.

Die beste Zeit für einen Besuch Lissabons ist der Frühling. In kleinen Kneipen können Sie abends dem „Fado“, der traditionellen Musik Lissabons, lauschen und tagsüber den Charme und die freundliche Gelassenheit der Hauptstadt genießen.

Miriam Gebbing

Kap Verde – Europa trifft Afrika

Kap Verde ist ein afrikanischer Inselstaat im Atlantik und besteht aus 15 Inseln, von denen neun bewohnt sind. Geprägt wird die Inselansammlung von weißen Sandstränden, türkisblauem Wasser, bergigen Landschaften und schneeweißen Salzfeldern. Da die kapverdischen Inseln lange Zeit zu Portugal gehörten und erst im Jahre 1975 ihre Unabhängigkeit erlangten, lassen sich sowohl Merkmale der europäischen als auch der afrikanischen Kultur erkennen. Amtssprache der Inseln ist Portugiesisch, die Einheimischen sprechen jedoch vornehmlich „Creolo“, das eine Abwandlung des Portugiesischen darstellt. Weit verbreitet ist auch Französisch, mit Englisch oder Deutsch werden Sie sich jedoch kaum verständigen können.

Kap Verde
Im Winter ergrünt die sonst wüstenähnliche Insel
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Die Inseln Santiago und Sal

Die Hauptstadt des Inselstaats ist Praia, die auf der größten und fruchtbarsten Insel Santiago liegt. Mehr als die Hälfte aller Kapverdianer lebt auf dieser Insel, ihre Landschaft zeigt sich als sehr abwechslungsreich: Besucher finden feinsandige Strände genauso wie mächtige Gebirge und trockene Steppengebiete. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist das Fort Real de Sao Felipe. Die einstige Festung diente zur Verteidigung in der Zeit des Sklavenhandels und bietet eine tolle Aussicht über das Meer und die Insel . Jedoch ist Santiago bislang wenig touristisch erschlossen. Weitaus bekannter ist die kleine Insel Sal. Kilometerlange Sandstrände und 355 Tage Sonne im Jahr locken sowohl im Winter als auch im Sommer viele Touristen. Vor allem die Stadt Santa Maria hat sich mit seinen großen, luxuriösen Hotelanlagen mit europäischen Standards zu einem beliebten Touristenort entwickelt, auch wenn sich der Ort beispielsweise nicht mit den nahegelegenen Kanaren messen kann. Partymeilen und Luxus-Geschäfte suchen Sie in Santa Maria vergebens. Dank des leichten Windes eignet sich Sal auch sehr gut für Segler und Surfer: Die ganzjährige Saison und der entspannte Hafenbetrieb machen die kapverdischen Inseln für diese Zwecke zu einem absoluten Traumziel. Auch ein Ausflug zu den Salinen bei Pedra de Lume lohnt sich, wenn man den „Totes Meer“-Effekt erleben möchte. In den Salzbecken der Saline ist die Salzkonzentration so hoch, dass man nicht untergehen kann. Der Eintritt beträgt etwa fünf Euro.

Kap verde
Wandern auf Kap Verde
(Quelle: Fotolia.com)

Wandern und Entspannen

Wer Ruhe und kilometerlange Sandstrände sucht, sollte auf die Insel Maio fahren. Auch diese Insel ist bisher so gut wie gar nicht touristisch erschlossen, die unberührte Natur macht diesen Urlaub zu einer echten Erholung. Auch Wanderer kommen auf den kapverdischen Inseln voll auf ihre Kosten. Der Pico de Fogo auf der gleichnamigen Insel ist mit seiner Höhe von 2839 Meter nicht nur der höchste Berg der Inseln, sondern gleichzeitig auch der größte aktive Vulkan im atlantischen Ozean. Auch Santo Antao sollten nur geübte Wanderer mit genügend Kondition und Trittsicherheit besuchen, da die hügelige Landschaft teilweise Höhen von 1600 Metern erreicht. Es gibt jedoch auch einfache Wanderwege entlang der Küste, die auch für ungeübte Wanderer geeignet sind.

Anreise aus Deutschland

Von Deutschland aus fliegt der Anbieter TUIfly von nahezu allen größeren Flughäfen innerhalb von sechs Stunden nach Sal oder Boa Vista. Bedenken Sie, dass Kap Verde zu Afrika gehört und Sie deswegen ein Visum benötigen. Dieses erhalten Sie für etwa 40 Euro in der kapverdischen Botschaft. Wer über ein Reisebüro eine Pauschalreise bucht, muss das Visum in den meisten Fällen nicht extra beantragen: Dieser Service ist dann inklusive. Auch wegen Malaria müssen Sie sich keine Gedanken machen, auf den kapverdischen Inseln kommt diese Krankheit so gut wie gar nicht vor.

Unterwegs auf den kapverdischen Inseln

Mit Ausnahme von Sal und Boa Vista ist der Tourismus auf den kapverdischen Inseln kaum entwickelt, stellen Sie sich somit auf Mängel bezüglich der Infrastruktur ein. Vor allem der Transfer von einem Ort zum anderen ist nicht immer einfach. Allerdings sind Mietwagen nicht zu empfehlen, da die Straßen in einem sehr schlechten Zustand sind und Sie außerdem für jegliche Schäden am Auto persönlich aufkommen müssen. Verwenden Sie deswegen Taxis: Diese sind weitaus komfortabler und nur unwesentlich teurer. Bedenken Sie, dass Sie sich in einem afrikanischen Land befinden: Die medizinische Versorgung fällt größtenteils mangelhaft aus. Wer Inselhopping machen möchte, sollte aufgrund der teilweise weiten Entfernungen der einzelnen Inseln zueinander und wegen der unregelmäßigen Fähranbindungen zum Reisen auf dem Luftweg tendieren. Doch auch hier können vereinzelt Flüge verschoben oder ganz ausfallen.

Kap Verde lockt Besucher mit traumhaften Stränden und unberührter Natur. Wer jenseits vom Massentourismus Urlaub machen möchte, ist in dem Inselstaat genau richtig. Durch die vielen Tage Sonnenschein im Jahr und den leichten Wind, der einen die Hitze nicht ganz so stark spüren lässt, ist es ein ideales Reiseziel zu jeder Jahreszeit.

Miriam Gebbing

Reykjavík: Kultur entdecken in der nördlichsten Hauptstadt der Welt

Reykjavík ist die Hauptstadt Islands und bedeutet übersetzt so viel wie „Rauchbucht“. Dieser Name rührt vermutlich von den heißen Quellen in der Umgebung her. Viele Jahrhunderte lang bestand Reykjavík lediglich aus ein paar Bauernhöfen, erst langsam entwickelte sich die Stadt zum Handelsplatz und Amtssitz der dänischen Regierung. So betrug die Bevölkerungszahl um 1900 gerade einmal 5.000, heute hat die größte Stadt Islands etwa 120.000 Einwohner. Die kurze Geschichte der Stadt ist auch der Grund dafür, warum sich in Reykjavík kaum historische Gebäude finden lassen.

Der Tjörnin

Mitten im Stadtzentrum Reykjavíks liegt der See „Tjörnin“, der ein bedeutendes Vogelschutzgebiet darstellt. An seinen Ufern liegt das Rathaus der Stadt. Dieses wurde erst 1992 erbaut und ist nicht nur wegen seiner architektonischen Bauweise einen Besuch wert: Im Foyer befindet sich eine riesige Reliefkarte von Island, die einen hervorragenden Überblick über die gesamte Insel vermittelt. Ebenfalls am Tjörnin gelegen ist das „Thjódhminjasafnidh“, das isländische Nationalmuseum. Dieses zeigt einen Großteil des isländischen Kulturgutes und gibt einen Überblick über die Siedlungsgeschichte bis ins 19. Jahrhundert hinein. Der Schwerpunkt des Museums liegt dabei auf Archäologie, Kunsthandwerk (Textil, Holz, Metall) sowie sakraler Kunst und ist deswegen für geschichtsinteressierte Menschen lohnenswert. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 1.200 Kronen (umgerechnet ca. acht Euro). Für Kinder unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.

Hallgrimskirkja cathedral in Reykjavik
Die Hallgrímskirkja ist von nahezu jedem Punkt der Stadt aus zu sehen
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Im Stadtzentrum

Etwas weiter im Stadtzentrum gelegen ist die Anhöhe „Skólavörðuholt“. Auf ihr befindet sich das Wahrzeichen der Stadt, die „Hallgrímskirkja“ (übersetzt: Kirche Hallgrímur). Diese Kirche wurde 1945-1986 erbaut und stellt das größte Kirchengebäude des Landes dar. Das neogotische Bauwerk wurde von Gudhjón Samúelsson nach dem Vorbild mittelalterlicher Kirchenbaukunst entworfen und prägt das gesamte Stadtbild prägt. Denn dank des knapp 75 Meter hohen Turms ist das Gebäude von nahezu jedem Punkt der Stadt aus zu sehen. Von dem Kirchenturm aus bietet sich dem Besucher bei klarem Wetter ein fantastischer Blick über die gesamte Stadt und das Meer. Eines der ältesten Gebäude Reykjavíks stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die „Dómkirkja“ (zu Deutsch: Dom von Reykjavík) ist in der Altstadt gelegen und ist der Hauptsitz des Bischofs von Island.

Ein weiteres Highlight Reykjavíks, das sich Besucher nicht entgehen lassen sollten, ist das an der Ostseite des Hafens gelegene Kultur- und Kongresszentrum „Harpa“ (zu Deutsch: Harfe). Dieses 2011 neueröffnete Opernhaus beherbergt neben einigen Konferenzsälen auch Konzerträume, sowie das isländische Symphonieorchester. Neben zahlreichen Musikveranstaltungen lohnen sich auch ein Besuch des Musikladens, der eine große Auswahl an isländischer Musik führt, sowie ein gemütlicher Aufenthalt in dem beeindruckenden Foyer des Gebäudes. Von diesem kann man einen tollen Blick auf die gesamte Innenstadt Reykjavíks genießen.

Reykjavik: Perlan
Die Perlan ist der Wasserspeicher von Reykjavik
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Außerhalb der Stadt

Wer etwas mehr Zeit hat, sollte zudem die „Perlan“ (zu Deutsch: Perle) etwas außerhalb der Stadt besuchen. Sie befindet sich südlich des Zentrums in der Nähe des Flughafens und ist ein Warmwasserspeicher, von dem aus die ganze Stadt mit Wasser versorgt wird. Auf dem Dach eines Tanks der Perlan befindet sich eine Aussichtsplattform, von der Sie bei klarem Wetter einen tollen Blick über ganz Reykjavík genießen können. Außerdem lädt ein Drehrestaurant zum längeren Verweilen ein. Auch ein Ausflug zur Insel „Viðey“ lohnt sich: Mit einer Fläche von 1,7 Quadratkilometern ist sie eine der größten Inseln im Fjord vor Reykjavík. Besonders in den Sommermonaten bietet sich dieses Eiland zum Wandern oder zum Vögel beobachten an. Von Reykjavík aus gibt es regelmäßige Fährverbindungen zur Insel.

Ein Highlight: Whalewatching

Vor Reykjavík sind ganzjährige Walbeobachtungen möglich. In der flachen Bucht halten sich das ganze Jahr über Zwergwale, Delfine und Buckelwale auf. Im Sommer werden täglich, im Winter hingegen nur freitags, samstags und sonntags, Walbeobachtungen angeboten. Der Ausflug dauert etwa drei Stunden und kostet für Erwachsene umgerechnet 50 Euro. Allerdings garantieren die Veranstalter die Sichtung von Walen: Wer keine sieht, bekommt ein neues Ticket.

Reykjavík ist eines der teuersten Reiseziele Europas. Vor allem Alkohol und Lebensmittel erreichen sehr hohe Preise. Dennoch ist die Stadt Reykjavík durch ihre unterschiedlichen Seiten und ihre kulturelle Vielfalt eine Reise wert. Auch um Sprachbarrieren müssen sich Besucher keine Sorgen machen: Nahezu alle Isländer sprechen gutes bis sehr gutes Englisch.

Miriam Gebbing